Sonntag, 13. August 2017

Rezension zu "Die Wellington Saga - Verführung"

Autor: Nacho Figueras
Erscheinungsdatum: 17.07.2017
Verlag: Blanvalet
ISBN: 9783734103735
Preis: 12,99€

Bewertung: ★★★★☆

Sebastian del Campo, Profi Polospieler und Playboy führt ein wildes Leben. Als er die Regisseurin Kat kennenlernt kommt es für ihn das erste mal in Frage einen Gang runterzuschalten und sein Verhalten zu überdenken. Doch er scheint seine Vergangenheit nicht hinter sich lassen zu können und droht alles zu verlieren. 

Auch hier gefällt mir das Cover gut. Es ist nicht zu aufdringlich und bringt einen Hauch Eleganz ins Bücherregal. 

Da ich vom ersten Teil bereits ein wenig enttäuscht war, habe ich hin und her überlegt, ob ich den zweiten Teil noch lese. 
Und weil ich es überhaupt nicht mag eine Reihe zu beginnen, dann aber nicht zu beenden, habe ich mich doch dazu entschieden. 
Die Geschichte hat mir viel besser gefallen, als im ersten Teil. 
Zwar überzeugt sie auch hier nicht mit Tiefgang und bedeutungsvollen Dialogen, aber wenigstens gibt es hier mehr Handlung und mehr Drama, sodass es nicht langweilig wurde. 
Die Charaktere haben mir auch besser gefallen. Nicht zuletzt, weil Sebastian und Kat beide so ihre Ecken und Kanten haben und nicht so gestellt perfekt, wie Alejandro und Georgia.
Mir hat hier auch gefallen, dass sich nicht das ganze Buch ausschließlich um Polo dreht und sich der Handlungsort auch mal geändert hat. 
Auch die sexuelle Komponente ist viel präsenter und rundet das Ganze noch mal ein wenig mehr ab. 
Zwar hätte ich mir vielleicht ein wenig mehr Action gewünscht und auch ein wenig kompliziertere Probleme, nicht solche, die sich innerhalb von zwei Seiten lösen lassen, dennoch war das Buch angenehm zu lesen. 
Das schwächste daran war leider der Schreibstil. Oft kam es mir vor, als hätte das Buch ein Teenager geschrieben, der seiner Fantasie ein wenig freien Lauf lässt. 
Die vielen Einschübe auf Spanisch sind zwar nett gedacht, die Übersetzungen fand ich allerdings störend. Auch ohne Spanischkenntnisse ist es nicht sonderlich schwer die paar Wörter zu verstehen. Und mal ernsthaft: "Wie geht es dir Hijo, mein Sohn?" - wer spricht denn so? 
Ich bin nun auf jeden Fall motiviert auch den dritten Teil zu lesen und bin gespannt, was Antonia widerfahren wird. 

Fazit: Deutlich besser als der erste Teil und auf jeden Fall eine nette Lektüre für einen entspannten Nachmittag auf der Couch. 

Freitag, 11. August 2017

Rezension zu "Auf ewig dein"

Autor: Eva Völler
Erscheinungsdatum: 21.07.2017
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 9783846600481
Preis: 15,00€

Bewertung: ★★★★☆


Anna und Sebastiano beginnen ein neues Kapitel in ihrem Leben: Die Zeitreise Akademie. Gemeinsam mit ihrem Freund José retten sie Menschen aus vergangener Zeit, um sie zu Zeitwächtern auszubilden. Nur so, können sie den Strom der Zeit im Gleichgewicht behalten. Doch schon bald wird die Beziehung der beiden auf die Probe gestellt und die ganze Akademie begibt sich in große Gefahr!

Wer die Cover der Zeitenzauber Trilogie schon mochte (so wie ich), wird dieses Cover LIEBEN! Die Pastellfarben und das Mädchen in dem viktorianischen Kleid vor den goldenen Dächern Londons. Das Cover lädt auf jeden Fall zum Träumen ein. 

Ich bin ja ein großer Fan der Zeitenzauber Trilogie und habe mich daher sehr gefreut, dass Anna und Sebastiano sich in einer neuen Trilogie in weitere Abenteuer stürzen. 
Zu Beginn habe ich nicht ganz verstanden, warum dafür eine zweite Reihe nötig ist, denn man hätte ja auch einfach die erste weiterführen können. 
Im Laufe des Buches kristallisiert sich allerdings heraus, dass sich die Reihen zwar ähneln, aber dennoch grundverschieden sind. 
Mit Anna hatte ich ja auch in der Zeitenzauber Trilogie so meine Probleme, denn ich fand sie zu unselbstständig. Leider zieht sich diese Charaktereigenschaft bis in die neue Buchreihe, denn auch hier musste ich oft die Augen verdrehen. 
Viel zu abhängig von Sebastiano, zu unsicher und zu anstrengend. Im Verlauf der Geschichte hat sich das zwar ein wenig gebessert, richtig warm geworden bin ich dennoch nicht mit ihr. 
Auch Sebastiano hat mich nicht von den Socken gehauen, aber ihn fand ich ja in den anderen Büchern schon so toll, vielleicht habe ich mich einfach ein Stück weit an ihn "gewöhnt". 
Allerdings konnten mich die Nebencharaktere fesseln: Besonders Ole und Fatima haben es mir angetan - so gegensätzlich und doch ähnlich und dabei auch noch so zuckersüß. Darauf, wie sich diese beiden in den Fortsetzungsbänden noch entwickeln, bin ich sehr gespannt. 
Die Handlung und die Geschichte an sich haben mir gut gefallen, auch wenn ich hin und wieder den Eindruck hatte, dass man sich als Leser ein wenig im Kreis dreht, weil in manchen Passagen ähnliche Dinge passierten, wie in anderen zuvor. Gerade das Ende konnte mich aber dann doch fesseln und mitreißen, sodass ich das Buch auch gar nicht mehr aus der Hand legen mochte. 
Schließlich noch ein paar lobende Worte zum Schreibstil: Ich kenne die Autorin ja bereits und war schon immer ein Fan von ihrer Art Geschichten zu erzählen, aber auch Völler - Neulinge werden sicherlich nicht enttäuscht sein: Der Schreibstil ist flüssig, packend und einfach verzaubernd, sodass man mit jedem Wort in eine fremde Zeit abtaucht. 

Fazit: 
Ein toller Auftakt einer neuen Reihe voller Abenteuer, Spannung und Liebe. Ein absolutes Muss für alle Fans der Zeitenzauber - Trilogie! 

Freitag, 4. August 2017

Rezension zu "Die Schule der Nacht"

Autor: Ann A. McDonald
Erscheinungsdatum: 22.05.2017
Verlag: Penhaligon
ISBN: 9783764531775

Preis: 19,99€
Bewertung: ★★★★★


Cassie ist endlich in Oxford angekommen. Doch sie ist nicht etwa hier, um sich ein anerkanntes Diplom abzuholen, sondern um mehr über das Leben ihrer Mutter zu erfahren. Mit ihren Nachforschungen macht sie sich jedoch nicht nur Freunde, sondern stößt bald auf die mysteriöse "Schule der Nacht". Für Cassie bricht eine dunkle Zeit an, denn das Rising steht kurz bevor.

Wenn ich nur das Cover sehen würde, würde ich vermutlich ein bisschen was anderes vom Inhalt erwarten. Ich würde wohl mehr Jugendbuch erwarten, irgendwas in die Richtung von "Bittersweet". Aber die dunklen Farben und das mysteriöse Haus bauen auf jeden Fall schon einmal eine tolle Atmosphäre auf. 

Ich gebe zu, bei diesem Buch habe ich mich ein wenig vom Hype verleiten lassen. 
Der Klappentext selbst hat mir nicht besonders zugesagt, aber ich habe so viele positive Meinungen gelesen, dass ich dachte, ich probiere es mal. 
Ich war erst ein wenig verwirrt, denn das Buch beginnt mit dem Epilog - das hatte ich vorher auch noch nie. Dieser hat mich allerdings schon so sehr gefesselt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es dazu kommt, und was genau hinter den Mauern der sagenumwogenen Universität passiert. 
Ich habe dann auch direkt in die Geschichte gefunden, wobei mir besonders gefallen hat, dass das ganze Geschehen direkt in Oxford startet und nicht erst noch die ganze Vorgeschichte der Protagonistin auseinandergenommen wird, das finde ich oft langweilig. 
Ich habe mich sofort in die Szenerie hineinversetzt gefühlt und bin vor meinem inneren Auge selbst durch die alten Gemäuer gelaufen und habe Antike Bücher in den Händen gehalten. Somit also schonmal ein dickes Plus für das Aufbauen einer tollen, düsteren Atmosphäre. 
Mit den Charakteren verhält es sich dann ein wenig anders: Cassie mochte ich zu Beginn sehr, aber mit der Zeit wurde sie mir ein wenig zu krass und zu aggressiv. Klar, sie hat eine schwere Vergangenheit. aber für meinen Geschmack war sie dann doch ein wenig too much. 
Olivia dagegen hat mich total in die Irre geführt. Erst dachte ich sie sei der obligatorische "Feind" mit der coolen Clique. Als sie sich dann aber mit Cassie angefreundet hat, alles auch noch scheinbar aufrichtig, war ich doch ein wenig überrascht. 
Generell hat mir sehr gut gefallen, dass du in diesem Buch niemandem trauen konntest. Sobald du gedacht hast, du hast den einen aufrichtigen Charakter in diesem Buch ausfindig gemacht, kommt der mit etwas um die Ecke, dass die Würfel noch einmal komplett neu mischt. 
Auch das Fehlen einer tragischen Liebesgeschichte hat mich hier überhaupt nicht gestört - ganz im Gegenteil. 
Bei so einer Art von Büchern lenken Romanzen häufig vom Wichtigen ab und kaschieren so mögliche Schwächen in der Geschichte. 
Hier hat die Autorin das Romantische allerdings auf ein Minimum begrenzt, sodass ich mich komplett auf die Schule der Nacht konzentrieren konnte. 
Gegen Ende wurde mir das alles ein wenig zu verrückt und unrealistisch, auch wenn das wunderbar in die Geschichte gepasst hat. Deswegen gibt es dafür auch keinen Punktabzug. 
Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und selbst irgendwie dunkel, sodass er die Atmosphäre auch nochmal verstärkt. 
Spannungsbögen in klassischer Art und Weise sind nicht vorhanden, jedoch ist die ganze Geschichte ein einziges Mitfühlen und Miträtseln, dass es auch an Spannung nicht fehlt. 

Fazit: 
Ein tolles Buch mit toller Atmosphäre und toller Handlung. Auf jeden Fall eins meiner Highlights dieses Jahr! 

Freitag, 28. Juli 2017

Rezension zu "Vom Ende an"

Autor: Megan Hunter
Erscheinungsdatum: 18.05.2017
Verlag: C.H. Beck
ISBN: 9783406705076

Preis: 16,00€

Bewertung: ★★☆☆☆

Eine Mutter bringt mitten in einer Flutkatastrophe ihr Kind zur Welt und verbringt von nun an ein Leben auf der Flucht. Nach vielen Nächten im Auto und in Flüchtlingsunterkünften landet sie schließlich mit ihrer Freundin O und einem weiteren Ehepaar auf einer einsamen Insel. Doch auch dort hält es sie nicht lange.

Das Cover ist für mich persönlich das schönste am ganzen Buch. In wunderschönen Farben, mit der leicht glitzernden Schrift - wirklich sehr gelungen. 

Das ist die erste Novelle, die ich freiwillig gelesen habe. Daher wusste ich auch nicht so recht, was ich davon erwarten soll.
Der Klappentext hat mir sehr gut gefallen, also habe ich mich darauf eingelassen. 
Das erste von dem ich nicht wusste, ob es mir nun gefällt, oder nicht, ist der Schreibstil. 
Zum einen ist er natürlich mal etwas anderes und man kommt so wirklich gut durch. 
Auf der anderen Seite sind diese vielen abgehakten Sätze und die schnell wechselnden Passagen nicht so mein Ding. Das ist genau der Stil, von dem unsere Lehrer uns immer eingetrichtert haben, dass wir ihn in Aufsätzen nie benutzen sollen.
Außerdem wirkt alles sehr distanziert und kalt, sodass ich überhaupt keine Bindung aufbauen konnte - weder zu der Geschichte an sich, noch zu den Charakteren. 
Natürlich mag das beabsichtigt gewesen sein, aber leider hat mich das eher abgeschreckt, als dass es mich neugierig gemacht hat. 
Auch dass die Charaktere alle keine Namen haben, sondern nur Buchstaben hat mir nicht gefallen. Das ist einfach so furchtbar unpersönlich. 
Zu der Geschichte kann ich nicht allzu viel sagen, denn es ist irgendwie immer das selbe passiert. 
Die Mutter redet viel über ihr Kind, beschreibt wie es wächst und anfängt Dinge zu tun, die ein Baby in dem Alter eben macht und sonst dreht sich alles um den verschwundenen R. 
Ich habe aber z.B. nicht wirklich verstanden was genau das Problem in diesem Szenario ist. Natürlich, eine Flutkatastrophe, das ist schlimm, zweifelsohne, aber mir wurde darauf einfach zu wenig eingegangen. 
An zwei, drei Stellen kann man dazu was lesen, aber sonst wird man da im Dunkeln gelassen. Vor allem, wenn man so den Weg der jungen Familie verfolgt, hat man mindestens eine Atomkatastrophe vor Augen. Ich persönlich musste sehr an "I am Legend" denken. 

Fazit: 
Das Buch konnte mich leider überhaupt nicht erreichen und wird wohl für lange Zeit das letzte seiner Art in meinem Regal sein. 

Freitag, 14. Juli 2017

Rezension zu "Ghettokids - Immer da sein wo's weh tut"

Autor: Susanne Korbmacher
Erscheinungsdatum: 01.05.2009
Verlag: Piper
ISBN: 9783492248020

Preis: 7,95€

Bewertung: ★★★★★

Vorneweg: Dieses Buch ist keine Neuerscheinung, aber wie bereits angekündigt werde ich euch hin und wieder auch ein paar ältere Schätze vorstellen, die es auf jeden Fall wert sind gelesen zu werden, auch wenn sie schon ein paar mehr Jahre auf dem Buchrücken haben 😊
Und dieses Buch ist wirklich eine Herzensangelegenheit, denn ich verbinde damit sehr viel persönliches aus meiner Kindheit. 
Solltet ihr also die Chance bekommen einen Blick hinein zu werfen, tut es - ihr werdet es nicht bereuen! 

Am Rande des scheinbar perfekten Münchens gibt es Bezirke, die von den Behörden und Verantwortlichen angeblich nicht existieren: Ghettos. Soziale Brennpunkte, in denen die Kinder und Jugendlichen inmitten von Gewalt, Drogen und Prostitution aufwachsen und die dem Teufelskreis nur schwer entkommen. 



Das Cover hätte mich wahrscheinlich so erstmal im Laden gar nicht angesprochen...das wäre mir wohl zu real. 
Liest man aber das Buch, passt es wie die Faust aufs Auge.

Dieses Buch liegt mir besonders am Herzen, denn es spielt im Münchner Norden: dem Hasenbergl und Moosach - zwei Bezirke in denen auch ich groß geworden bin. 
Wenn ich jemandem von den Zuständen erzählt habe, die dort oft herrschen, wurde ich oft belächelt und mit dem Satz zum Schweigen gebracht: "In Deutschland gibt es keine Ghettos." 
Ich habe mich dann oft gefragt, ob ich mir das vielleicht nur eingebildet habe, oder die Wahrheit ein wenig überspitzt darstelle, aber nach diesem Buch weiß ich, dass ich mich nie getäuscht habe. Ghettos existieren, auch wenn die Stadtverwaltung deren Existenz lieber unter den Tisch fegen würde. 
Das Buch beschäftigt sich mit den Schicksalen verschiedener Jugendlicher, die im Hasenbergl und in Moosach aufwachsen und die die Kinder selbst aufgeschrieben haben. 
Dadurch, dass ich viele Schicksale persönlich über Bekannte oder Geschichten aus dem Bezirk miterlebt habe, waren sie für mich keine große Überraschung, aber dennoch schwer zu lesen, denn es sind keine Geschichten, die sechzehnjährige Jugendliche erzählen sollten. 
Ich fand es von Susanne Korbmacher außerdem sehr mutig auch ihre eigene Geschichte aufzuschreiben, die ja auch nicht ohne ist. 
Am Anfang fand ich es ein wenig gewöhnungsbedürftig, vor allem, weil Konversationen sich nicht vom Fließtext unterscheiden und man anfangs nie so ganz weiß wer was zum wem sagt, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.
Mich hat das Buch voll und ganz eingenommen: Ich konnte die Wege nachverfolgen, ich hatte die Plattenbauten und die dunklen Straßen vor Augen. Und die vielen Kinder an den Bushaltestellen und vor den Supermärkten, denen man häufig keinen zweiten Blick schenkt, die aber wahrscheinlich ähnliche Schicksale teilen, wie die Jugendlichen in diesem Buch. 
Ich denke zur Zeit der Veröffentlichung waren viele Offizielle noch nicht bereit sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, aber für den Verein von Susanne Korbmacher hat sich sicherlich einiges ins Positive verändert. 
Ich hoffe, dass es solche Bücher in Zukunft häufiger schaffen den Leuten die Augen zu öffnen, um Kindern ohne Perspektive aus ihrem Teufelskreis zu holen und ihnen Hoffnung zu schenken! 

Fazit: 
Das Buch ist mit Sicherheit kein literarisches Meisterwerk, aber so echt und unverfälscht, dass es einem wirklich unter die Haut geht und auch noch lange danach beschäftigt!



München Nord- Hasenbergl (Lerchenauer See) 

Freitag, 23. Juni 2017

Rezension zu "Ana und Zak"

Autor: Brian Katcher
Erscheinungsdatum: 07.04.2017
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
ISBN: 9783423650250

Preis: 14,95€

Bewertung: ★★☆☆☆

Ana ist die perfekte Vorzeige-Tochter: Sie hat gute Noten, ist vielseitig interessiert und immer bemüht ihre strengen Eltern nicht zu enttäuschen. Das alles, bis ausgerechnet der abenteuerlustige Zak sie dazu bringt sich aus ihren Fesseln zu lösen und Risiken einzugehen. 

In der Buchhandlung würde ich vermutlich einen mittelgroßen Bogen um das Buch machen, würde ich nur das Cover sehen. Zwar erinnert es mich an Packman und meine Jugend, dennoch würde ich es eher als ein Kinderbuch sehen.

Ich hatte wirklich Lust mich mithilfe dieses Buches in eine, mir unbekannte, Welt der Comic Conventions entführen zu lassen. 
Leider ist das nur so halb gelungen. 
Den Einstieg in die Geschichte fand ich noch ganz schön - man erfährt sowohl über Ana, als auch über Zak gerade so viel, um sich während der Geschichte nicht zu langweilen, weil einem die beiden schon so vertraut vorkommen. 
Ana konnte ich lange nicht einschätzen, und ich wusste nicht was ich von ihr halten sollte, kam aber dann zu dem Schluss, dass sie sich das Leben schwerer macht, als es tatsächlich ist. Und da kann sie leugnen so viel sie will, sie kann froh sein, dass sich Zak ihrer annimmt und ihr ein wenig beibringt auch mal auszubrechen. 
Zak dagegen ist, abgesehen von seiner Abenteuerlust, ein Charakter ohne Salz und Pfeffer. Ich persönlich fand ihn ein wenig langweilig. 
Die Geschichte an sich konnte mich dann auch nicht wirklich umhauen. 
Die Comic-Con Atmosphäre auf die ich mich so gefreut habe kam leider gar nicht auf, ich habe mich eher gefühlt wie bei einer Kostümparty in der Turnhalle der Schule. 
Und auch der Verlauf des ganzen lässt zu wünschen übrig. 
Irgendwann wurde es nur noch abgedreht und unrealistisch, sodass ich das Buch eigentlich nur noch beendet habe, weil ich auf ein versöhnliches Ende gehofft habe. 
Das einzige, was das Buch ein wenig rettet ist der Schreibstil. Der ist sehr locker und flüssig und liest sich angenehm. 

Fazit:
Leider ein perfektes Beispiel für: Kann man lesen, muss man aber nicht.

Freitag, 16. Juni 2017

Rezension zu "Murder Park"

Autor: Jonas Winner
Erscheinungsdatum: 13.06.2017
Verlag: Heyne
ISBN: 9783453421769

Preis: 12,99€

Bewertung: ★★★★★


Paul Greenblatt hatte es noch nie leicht. Als er vier Jahre alt war, wurde seine Mutter von dem Serienmörder Jeff Bohner auf Zodiac Island umgebracht. Nun, 20 Jahre später, besucht er die Insel erneut, die nun eine Pilgerstätte für Gruselfans werden soll: Der Murder Park. 
Bald schon laufen die Geschehnisse jedoch aus dem Ruder und für Paul beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Das Cover finde ich sehr ansprechend! Die Negativaufnahme von dem Freizeitpark regt die Fantasie an und lässt den Leser so voll und ganz in den Murder Park abtauchen.

Jonas Winner ist für mich einer meiner Lieblings-Thriller-Autoren; die Erwartungen an sein neues Buch.
Bereits auf den ersten Seiten haben mir gezeigt, dass ich nicht enttäuscht werden würde. 
Wie gewohnt ist der Schreibstil des Autors packend und nervenaufreibend, in einem sehr positiven Sinn. 
Häufig hat mich ein kalter Schauer gepackt und mein Kopfkino am laufen gehalten, dass ich sogar nachts vom Murder Park geträumt habe. 
Die Story hat mir auch sehr gut gefallen. 
Die Spannung hat sich langsam aufgebaut, sodass man nicht von Anfang an von ihr erschlagen wird, es andererseits aber keineswegs langweilig wird. 
Besonders gut haben mir die Einschübe der Gespräche mit Dr. Lazarus gefallen, die dem Leser einen doch sehr intimen Einblick in die ausgewählte Gruppe geben. 
Ich muss gestehen, dass ich am Anfang den Zusammenhang zwischen den Gesprächen und der Auswahl der Personen nicht so ganz nachvollziehen konnte. Nach kurzer Zeit hat es allerdings "Klick" gemacht und hat alles in ein ganz neues Licht getaucht. 
Die Idee, dass der ganze Aufenthalt zu einem makaberen Spiel gemacht wird hat mir am besten gefallen. So konnte man miträtseln und wurde quasi auch interaktiv in das Buch eingebunden, wenn man denn wollte. 
Dabei habe ich vor allem an den berühmten Zodiak-Killer denken müssen. Da ich mich auch schon oft mit dieser Thematik auseinandergesetzt habe, war das Buch natürlich für mich noch einmal interessanter. 
Auch die Charaktere haben sich bei mir eingebrannt - in der einen oder anderen Weise. 
Paul als Protagonist hat mich natürlich am meisten beschäftigt und ich wusste lange nicht was ich von ihm halten soll. 
Schlussendlich fand ich ihn durchaus angenehm. Ein wenig verkorkst, was bei der Vergangenheit allerdings auch kein Wunder ist, aber dennoch ein sehr gefestigter Mensch. 
Vor Allem Dr. Lazarus war mir von Anfang an Suspekt. Ich konnte mit ihm nicht viel anfangen, weil ich ihn nicht durchschauen konnte. 
Gerade das Ende hat mich noch einmal völlig durcheinander gebracht. 
Eben als ich dachte ich wäre allem auf die Schliche gekommen, kam dann doch nochmal alles anders, und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, bis ich die Wahrheit erfahren habe.  

Fazit: 
Wieder einmal ein überragender Thriller vom Meister persönlich, der seinen Vorgängern in Nichts nachsteht und dem Leser einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt!



Montag, 5. Juni 2017

Rezension zu "Die Brut - Sie sind da"

Autor: Ezekiel Boone
Erscheinungsdatum: 24.05.2017
Verlag: FISCHER Taschenbuch
ISBN: 9783596035533

Preis: 9,99€

Bewertung: ★★☆☆☆

Die Welt steht einer noch nie dagewesenen Gefahr gegenüber. Überall auf der Welt werden Menschen bei lebendigem Leibe gefressen, während schwarze Fluten über die Kontinente spülen. Die amerikanische Regierung versucht mit allen Mitteln eine Invasion zu verhindern, doch die Brut ist schon längst unter uns! 

Das Cover gefällt mir ganz gut. Ich habe zwar erst auf den zweiten Blick gesehen, dass es Spinnenweben sind - ich dachte es wären Rauchschwaden - aber es lässt trotzdem eine gruselige Stimmung aufkommen und gibt schon einen ersten Hinweis auf den Inhalt des Buches. 

Ich muss gestehen, ich bin unglaublich enttäuscht von diesem Buch. Nachdem mir das Cover und der Klappentext so gut gefallen haben, konnte ich kaum erwarten das Buch endlich lesen zu dürfen, aber von Seite zu Seite ist meine Begeisterung verflogen. 
Für mich das größte Manko an diesem Buch sind die vielen Perspektivenwechsel. 
Mit ein, zwei, von mir aus auch drei verschiedenen Perspektiven komme ich ja noch klar, aber immer wenn ich dachte noch mehr kann einfach nicht kommen, erlebe ich die Geschehnisse aus einer neuen Sicht. 
Sicherlich ist das dazu da, um dem Leser zu zeigen wie ernst die Lage ist und wie schnell sich die Brut ausbreitet, aber ab einem gewissen Punkt wurde es nur noch verwirrend und unübersichtlich. 
Dazu kommt, dass die vielen Wechsel dazu geführt haben, dass ich mit keinem der Charaktere wirklich warm werden konnte. Grade wenn ich das Gefühl hatte ich lerne einen Charakter näher kennen und verstehe vielleicht besser was seine Rolle in dem Szenario ist, wurde ein neuer Vorgestellt und ich war wieder damit beschäftigt die neuen Informationen abzuspeichern. 
Ganz ehrlich - irgendwann habe ich die Infos auch einfach durcheinandergeworfen und es aufgegeben die Charaktere auseinander halten zu wollen. 
Die Handlung an sich hat mir soweit ganz gut gefallen. Hin und wieder hatte ich das Gefühl, dass ein Kapitel nur eingestreut wurde, um ein paar mehr Seiten zu füllen und dem Leser noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, wie schlimm das alles ist. 
Die ein oder anderen Tatorte, die geschildert wurden, haben mir schon einen leichten Schauer über den Rücken laufen lassen, denn sie wurden sehr bildlich beschrieben und sehr detailreich. 
Aber das ist letztendlich ein Pluspunkt, denn das macht einen Thriller authentischer. 
Und das vor Allem, wenn man, wie ich, ein wenig Angst hatte, dass die Handlung zu sehr in Richtung Science Fiction abzurutschen droht. 
Der Schreibstil des Autors hat mir am Besten an diesem Buch gefallen. Sehr flüssig, einfach und dennoch ein wenig anspruchsvoll, sodass man schnell vorangekommen ist. 

Fazit: 
Ich habe mir viel mehr von dem Buch versprochen und bin daher doch sehr enttäuscht. Ich glaube auch nicht, dass ich mir die folgenden zwei Bände noch kaufen werde. 

Donnerstag, 1. Juni 2017

Rezension zu "Die Wellington Saga - Versuchung"

Autor: Nachos Figueras
Erscheinungsdatum: 15.05.2017
Verlag: Blanvalet
ISBN: 9783734103728

Preis: 12,99€

Bewertung:★★★☆☆ 


Georgia ist eine aufstrebende Tierärztin, die jedoch auf der kleinen Farm ihres Vaters in Upstate New York festsitzt. Als ihr bester Freund Billy sie bittet ihn in Wellington, Florida für ein paar Tage während der Polo Saison zu besuchen zögert sie zunächst, denn sie fühlt sich zwischen all dem Glitzer und Glamour unwohl. Schließlich willigt sie doch noch ein und erlebt einen Sommer voller Gefühle und Intrigen. 

Das Cover gefällt mir mit dem Perlmuttschimmer sehr gut. Es regt auf jeden Fall die Fantasie an, was hinter den Türen des prachtvollen Hauses vor sich geht und entführt einen selbst ein wenig in die Welt der Schönen und Reichen. 

Ich muss gestehen, ich hatte schon mehr oder weniger große Erwartungen an dieses Buch. Ich bin ja ein großer Fan der Royals-Reihe von Geneva Lee und habe eher etwas in die Richtung erwartet. 
Dafür war es mir dann doch ein wenig zu viel kitschige Liebesgeschichte und zu wenig erotisches Abenteuer. 
Ich habe auch ein wenig das Gefühl, dass bewusst sehr tief in die Klischeekiste gegriffen wurde, um alle möglichen Szenarien einmal abzudecken - eben genau wie man es aus tausenden von Liebesfilmen kennt. 
Die Charaktere waren in Ordnung, aber an sich nichts besonderes. Georgia natürlich die gutherzige aufstrebende Ärztin aus eher bescheidenen Verhältnissen, die mit der glamourösen Polowelt zunächst nichts anfangen kann. 
Alejandro der, dann doch etwas zu klischeehafte, heißblütige Argentinier, der mit der ganzen Scheinwelt um ihn herum nichts anfangen kann. 
Dann gibt es da noch Cricket, die obligatorische Kontrahentin, die versucht mittels Intrigen und ekelhaftem Verhalten einen Keil zwischen die beiden Hauptpersonen zu treiben. 
Die anderen Charaktere sind dann eher Nebenrollen. Im Lauf der Geschichte tauchen viele Personen auf, aber eher am Rande. 
Was mir auch nicht so gut gefallen haben waren die plötzlichen Perspektivenwechsel mitten auf der Seite. Ich lese grade die Geschichte aus Georgias Sicht und plötzlich, ohne dass das Kapitel wechselt oder ähnliches, erzählt Alejandro. 
Das war am Anfang ein wenig verwirrend, aber man gewöhnt sich daran.
Der Schreibstil hat mir dagegen sehr gut gefallen. Sehr flüssig und angenehm zu lesen, sodass ich das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen habe. 
Lediglich die ein oder andere Wortwahl ist nicht so gelungen. Hie und da werden ein paar Wörter eingestreut, die vielleicht anspruchsvoll wirken sollen, aber das Ganze sehr gestellt wirken lassen, weil einfach niemand diese Wörter im täglichen Sprachgebrauch benutzt. 
Das Ende hat mir auch nicht sonderlich gefallen. Zum Schluss hin ging alles so schnell, dass ich gar nicht wusste wie mir geschieht. 
Gerade auf den letzten Seiten wurde es dann schon ein wenig unrealistisch und hat mich fast ein wenig an Twilight erinnert. 

Fazit: 
Ein nettes Buch für zwischendurch, das meine Erwartungen leider nicht ganz erfüllen konnte. 

Donnerstag, 25. Mai 2017

Rezension zu "Stormheart - Die Rebellin"

Autor: Cora Carmack
Erscheinungsdatum: 22.05.2017
Verlag: Oetinger
ISBN: 
9783789104053

Preis: 19,99€


Bewertung: ★★★★★

Aurora, Prinzessin von Pavan, will ihr Volk beschützen. Allerdings fehlt ihr dazu die Sturmmagie und so soll sie Prinz Cassius von Lock heiraten, um ihre Herrscherstellung zu behalten.Bald schon merkt sie aber, dass sie dieses Leben nicht leben möchte und so flieht sie in einer Nacht und Nebel Aktion aus dem Palast und schließt sich einer Gruppe Sturmjäger an. Und nicht nur die Stürme faszinieren sie, sondern auch der junge Jäger Lock. 

Das Mädchen auf dem Cover ist das Ebenbild von Aurora am Tag ihrer Verlobung. So hatte ich permanent ein gefestigtes Bild vor den Augen und auch die Farben passen sehr gut zur Stimmung des Buches. 

Ich muss ja zugeben, dass ich zu Beginn des Buches nicht damit gerechnet hätte, dass mir dieses Buch so gut gefallen könnte. 
Ich hatte eine derartige Geschichte noch nie gelesen und kannte mich in der Thematik, trotz unzählig gelesener Bücher in dem Genre, gar nicht aus. 
Daher habe ich auch eine Weile gebraucht, bis ich mich an alles Neue gewöhnt habe. Als ich aber ein Mal drin war, konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen und das Buch auch gar nicht mehr aus der Hand legen. 
Die Charaktere fand ich allesamt super. Natürlich hat jeder seine Ecken und Kanten, aber die Eigenarten passen so gut zueinander, dass sie kaum nennenswert sind. 
Lediglich das Misstrauen von Lock und Roar gegenüber alles und jedem, sowie die Verunsicherung der beiden bezüglich des jeweils anderen waren hie und da ein wenig zu viel des Guten. 
Die Story an sich fand ich wunderbar, sie hat mich ganz und gar verzaubert. Nicht zuletzt auch wegen dem Schreibstil, der so wunderbar zu lesen war, dass ich wie verzaubert war. 
Die Autorin schafft mit diesem Buch eine Atmosphäre und eine Welt, in die man sich gerne flüchtet und gerne so viel Zeit wie möglich verbringt. 
Die Perspektivwechsel haben mich zu Beginn ein wenig verwirrt, denn sie verändern sich nicht mit den Kapiteln, sondern einfach mittendrin. 
Auch die kleinen Passagen am Anfang jedes Kapitels mit Auszügen aus Roars Lieblingsbuch und der Geschichte von Caelira haben mir sehr gut gefallen. 
Und selbstverständlich, wie könnte es anders sein, habe auch ich mich ein wenig in Lock verliebt: mit seiner männlichen Art, der ursprünglichen Lebensweise und der verletzlichen Seite ist er einfach ein wunderbarer Protagonist.

Fazit:
Ich war direkt traurig, als ich das Buch beendet habe und freue mich unglaublich auf die nächsten Teile - ein absolutes Muss dieses Jahr! 

Donnerstag, 18. Mai 2017

Rezension zu "Das Buch der Spiegel"

Quelle: Randomhouse Bloggerportal
Autor: E.O. Chirovici
Erscheinungsdatum: 27.02.2017
Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442314492

Preis: 20,00€

Bewertung: ★★★★☆


Richard Flynn will gestehen. Er will der Welt mitteilen, von welchem Szenario er 1987 Zeuge wurde. Einen Teil des Manuskripts mit den Antworten sendet er an den Verleger Peter, dessen Interesse daran schnell geweckt ist.  Gemeinsam mit dem Reporter John macht er sich auf die Suche nach dem Rest des Manuskripts, muss jedoch schnell einsehen: In dieser Geschichte ist nichts so wie es scheint.  
  
Das Cover ist fantastisch! Die Farben, die Anordnung, die Idee, einfach alles.  Und ich finde es sehr interessant und gut durchdacht, dass man das Cover auch erst versteht, wenn man das Buch gelesen hat.   
  
Bereits die ersten Seiten des Buches haben es geschafft mich zu fesseln und auch so schnell nicht mehr loszulassen.   
Den Einstieg mit dem Manuskript finde ich sehr gut gelungen und eine tolle Idee - einfach mal etwas neues.   
Auch das Storytelling ist spannend gestaltet und mit den Zeitsprüngen von 1987 in die heutige Zeit sehr gut durchdacht.   
Die Charaktere haben mir an sich auch gut gefallen, jeder mit Macken und doch alle irgendwo wichtig und interessant.   
Ich muss aber gestehen, dass es mir zeitweise zu viele Charaktere wurden.  Irgendwann habe ich nur noch gehofft, dass es nicht noch mehr werden, damit ich den Überblick über die verschiedenen Perspektiven und Geschichten nicht verliere.   
Am besten hat mir hier Roy gefallen. Er hat einfach so eine herzliche Art und hat mich mit seinen Erinnerungen und seiner Lebensgeschichte einfach in seinen Bann gezogen.   
Allerdings war es ein wenig schade, dass Peter einen doch, vergleichsweise, recht kurzen Auftritt in dem Buch bekommt, wo doch er es ist, der das Manuskript eigentlich zugeschickt bekommt.  Auch der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen: packend und flüssig, dennoch nicht anspruchslos.   
Besonders spannend waren für mich auch die ganzen Psychologischen Fakten, die der Autor immerwieder eingestreut hat, die haben die ganze Geschichte nur noch realistischer gemacht.  Schließlich auch noch ein großes Lob an Chirovici für seine Art Geschichten zu erzählen. Er hat es geschafft von Beginn an eine großartige Spannungskurve aufzubauen, die er bis zur letzten Seite aufrecht erhalten hat.   
Einen Punkt Abzug gab es für kleinere Schönheitsfehler, die mich am Rande ein wenig gestört haben. Zum Beispiel ging mir im ersten Teil der Sprung vom Manuskript in die Gegenwart ein wenig zu schnell und zu abrupt und auch der ein oder andere Charakter hat bei mir nicht unbedingt Pluspunkte gesammelt.   
Das sind aber, wie gesagt, nur Schönheitsfehler, die nicht weiter schlimm sind.  

Fazit:  
Ein tolles Buch voller Spannung und interessanter Fakten über die menschliche Psyche - absolut lesenswert.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Rezension zu "Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte"

Autor: Anna Basener
Erscheinungsdatum: 16.03.2017
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN:  9783847906254

Preis: 16,90€

Bewertung: ★★★☆☆

Bianca lebt in Kreuzberg und arbeitet dort fieberhaft an einer Karriere als Designerin für Damenunterhosen, als die Omma ihr einen Strich durch die Rechnung macht. Nach dem Tod ihrer besten Freundin Mitzi kehrt sie dem Ruhrpott den Rücken und zieht von Essen nach Berlin, wo sie das Leben ihrer Enkelin gewaltig auf den Kopf stellt. 

ICH LIEBE DAS COVER!!! Wir haben auch eine gute Bekannte, die diese Eve Zigaretten raucht und ich habe schon als kleines Kind immer die Schachtel bestaunt. Auf jeden Fall sehr gelungen. 

Das erste woran man sich an diesem Buch gewöhnen muss, ist wohl die Sprache. Richtig schön geballtes Ruhrpott-Deutsch in Form der Omma. 
Das hat auf jeden Fall eine tolle Atmosphäre geschaffen und alles ein wenig aufgelockert. 
Obwohl mir ein deutlicher "Pott-Akzent" nachgesagt wird, komme ich aus München und hatte daher mit der geschriebenen Version des Dialekts erst so meine Probleme. 
Im Laufe des Buches wurde das dann aber immer besser, sodass ich irgendwann die Sätze der Omma im Kopf vervollständigt habe, um zu sehen, ob ich mir die Ruhr-Grammatik schon angeeignet habe. 
In die Geschichte selbst habe ich dann leider nicht so gut reingefunden. 
Oft habe ich mich gefühlt wie in einer chaotischen Folge von "Türkisch für Anfänger" - nur noch wilder. 
Ich verstehe schon, dass der Sinn dieses Buch war einige Sachen überspitzt darzustellen, zumindest hoffe ich das, doch es war einfach zu viel des Guten.
Manche Dinge waren so unrealistisch oder so schräg, dass ich mich nicht richtig fallen lassen konnte. 
Außerdem passierten die Dinge so schnell und es passierte auch so viel auf einmal, sodass ich oft verwirrt zurückblieb und einen Moment gebraucht habe, um die Dinge zu sortieren. 
Die Charaktere sind das, was man vom Pott erwartet: Laut, direkt und locker. Manchmal vielleicht zu locker. 
Bianca ist mir oft zu blauäugig gewesen, um nicht zu sagen doof, die Omma zu anstrengend und der Rest der Bande oft einfach nur nervig. 
Ich fand es leider auch ein wenig anstrengend zu lesen. Ich glaube ich habe an die eine Woche gebraucht für die wenigen Seiten, einfach weil ich das Buch immerwieder zwischendurch weglegen musste, damit mir der Kopf nicht raucht.

Fazit: 
Eine nette Idee mit einer tollen Atmosphäre und Charakteren, die einen gleichermaßen amüsieren, wie nerven.
Nur der Schreibstil ist, wie ich finde, noch ein wenig unausgereift, aber ein Blick ins Buch lohnt sich auf jeden Fall! 

Sonntag, 7. Mai 2017

Rezension zu "Ein Sommer in Corona del Mar"

Autor: Rufi Thorpe
Erscheinungsdatum: 13.03.2017
Verlag: btb
ISBN: 9783442714711

Preis: 9,99€

Bewertung ★★★★☆


Lorrie Ann und Mia sind die besten Freundinnen seit sie kleine Mädchen sind. Dabei war Mia immer das wilde Problemkind mit der kaputten Familie, während Lorrie Ann ein scheinbar perfektes Bilderbuch Leben geführt hat. Doch nach der Geburt von Zach sollte sich alles ändern und ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. 

Das Cover finde ich sehr irreführend. Man sieht es und erwartet einen leichten Sommerroman. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Als Marketing- Gag ist das aber vielleicht gar nicht schlecht gemacht.

Ich kann gar nicht genau sagen, was ich von diesem Buch erwartet habe. Einen heiteren Sommerroman sicher nicht, denn die Idee hat sich nach dem Lesen des Klappentextes verabschiedet. 
Dass es allerdings stellenweise so düster werden würde hätte ich nicht gedacht. 
Es kommt mir vor wie ein düsterer roter Faden, der sich durch die Geschichte zieht und den Leser gleich mitnimmt in tiefe Abgründe, aber das passt irgendwie super in das Gesamtbild der Geschichte. 
Die Themen sind aktueller denn je und öffnen sicherlich vielen Lesern hie und da die Augen.
Den Charakteren stehe ich mit gemischten Gefühlen gegenüber. Mia gefällt mir von den beiden noch am besten, da sie einfach ein wenig vernünftiger ist. Auf der anderen Seite fehlt mir bei ihr aber eine Prise Lockerheit, die sie weniger wie einen Roboter wirken lässt. 
Lorrie Ann ist mir dagegen ein wenig zu locker und unvernünftig, und man sieht ja wohin das führt.
Die Nebencharaktere haben mir soweit auch ganz gut gefallen, denn sie sind mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und fügen sich super in das Gesamtgeschehen ein. 
Was mir auch aufgefallen ist: Die Geschichte von Inanna ist im ganzen Buch präsent und es werden immer wieder aktuelle Bezüge aufgestellt. 
Auf der einen Seite finde ich das schön gemacht, auf der anderen Seite erweckt das oft den Eindruck, als würde Mia mit ihrer Arbeit verheiratet sein und ein wenig zu sehr in der Antike hängengeblieben sein. 
Die Story an sich hat mir gut gefallen. Sie ist zwar nicht großartig spannend, aber durch ihre Aktualität und den schönen Schreibstil der Autorin macht das Lesen Spaß und geht unheimlich schnell. 
Nur das Ende, gerade im Bezug auf Mia und Lorrie Ann, hat mir nicht so gut gefallen, das war mir zu knapp, ich hätte gerne noch ein wenig mehr dazu erfahren.

Fazit: 
Wer eine entspannte Pool Lektüre sucht ist bei diesem Buch falsch. Dennoch ein sehr bewegendes Buch über Freundschaft und den tiefen Fall eines eines einst glücklichen Mädchens.